Satin Meerschweinchen

Satin Meerschweinchen gibt es seit 1986 in Deutschland. Anfangs wurden sie ausschließlich in den USA gezüchtet. Dabei handelt es sich beim Satin Meerschweinchen nicht um eine eigenständige Art innerhalb der Meerschweinchen, sondern um Tiere aus allen Meerschweinchen-Arten, die es gibt und die lediglich über eine genetisch rezessiv vererbte Besonderheit verfügen. Dabei treten Satin Meerschweinchen in allen Farben auf, die es bei Meerschweinchen gibt.

Satin Meerschweinchen weisen gegenüber allen anderen Meerschweinchen eine ganz besondere Eigenschaft auf. Sie haben ein auffällig seidiges und glänzendes Fell. Der Glanz wird durch die spezielle Reflexion des Lichts hervorgerufen, die dadurch entsteht, dass die Haare des Satin Meerschweinchens hohl sind.

Satin Meerschweinchen werden wie alle anderen Meerschweinchen unter ganz normalen Bedingungen gehalten. Probleme können allerdings bei der Zucht auftreten. Niemals sollte man zwei Satin Meerschweinchen miteinander verpaaren, da ihre genetische Besonderheit bewirkt, dass die Jungtiere nicht lebensfähig oder sehr schwach sind. Bei der Verpaarung eines normalen Meerschweinchens mit einem Satin-Tier ist kein hundertprozentiger Erfolg garantiert, dass sich unter den Jungtieren Satin Meerschweinchen befinden. Da die Eigenschaft rezessiv vererbt wird, kann sie auch eine oder mehrere Generationen überspringen, ehe sie erneut auftritt.

Leider kann zusammen mit dem seidigen Fell zusätzlich eine Knochenkrankheit mit vererbt werden, die Osteodystrophie oder auch Satin-Krankheit genannt wird, da sie ausschließlich bei Satin Meerschweinchen auftritt und nicht auf andere Tiere übertragen werden kann. Bei dieser Krankheit handelt es sich um eine Störung des Knochen-Stoffwechsels. Es wird mehr Kalzium abgebaut als den Knochen wieder hinzugefügt wird. Die Knochensubstanz wird schwächer und das Tier bekommt Beschwerden, hauptsächlich in den Regionen der Kiefer und Hüftgelenke. Symptome für die Satin-Krankheit sind ein auffallend holpriger Gang und ein verminderter Appetit. In einigen Fällen kann es so bis zur absoluten Unfähigkeit zu laufen oder zu fressen führen. Bisher ist es nicht möglich, die Krankheit zuverlässig zu heilen oder vor ihrem Ausbruch nachzuweisen.